Vollständige Frage:
Ist es wichtig, dass man einen Hund kastriert und wozu soll es beitragen? Warum sollte ein Hund gechippt werden (unser Arzt hat uns dazu geraten)? Und lohnt es sich, weil es so teuer ist?
Kastration im Allgemeinen
Antwort:
Zunächst zu Ihrer Frage nach der Kastration: Die Meinungen zum Thema "Vorbeugende Kastration" gehen tatsächlich sehr weit auseinander, auch die Rechtslage ist unklar. Nach dem aktuellen Tierschutzgesetz ist die Entnahme von Organen, und dazu gehört im engeren Sinne auch eine Kastration, verboten.
Gedacht ist eine Kastration zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung, wozu eine Kastration aber wiederum ausdrücklich erlaubt ist!
Warum Kastration?
Daneben hat eine Kastration verschiedene Effekte, die im Einzelfall mehr oder weniger erwünscht sind. Bei einigen Hunden, häufig solchen die in bereits fortgeschrittenem Alter kastriert werden, sinkt das allgemeine Aktivitätsniveau merkbar ab, was dann zu einer Verringerung der Ausprägung verschiedener Verhaltensweisen führt. Dazu gehören bei Rüden Streunen, Aufreiten und Aggressivität im Rahmen des Fortpflanzungsverhaltens, die durch eine Kastration meistens, aber auch nicht sicher, positiv beeinflusst werden. Nach einer Kastration kann es auch eine Fellveränderung geben. Vor allem bei Hunden mit weichem Langhaar entsteht oft eine Art "Welpenfell", was aber ein reiner "Schönheitsfehler" ist.
Was zu beachten ist bei Kastration
Zu beachten ist die Senkung des Energiebedarfs, auf die mit einer Verminderung der Futtermenge reagiert werden sollte. Die Absenkung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einiger Erkrankungen, wie des Prostatakrebs und von Gesäugetumoren, ist recht sicher gegeben. Bei der Kastration von Hündinnen gibt es als unerwünschten Effekt in erster Linie das Harnträufeln (Inkontinenz). Inkontinenz tritt in 10 % der Fälle kastrierter Hündinnen auf, die unter 20 kg wiegen, bei größeren Hündinnen liegt das Risiko bei 30 %. Erfolgt die Kastration vor Eintritt der Pubertät mindert sich das Risiko des Harnträufelns deutlich auf 5 %, bzw. 13 %.
Persönlich befürworte ich die Kastration von Hunden, wenn sie nicht zur Zucht eingesetzt werden sollen. Für eine endgültige Entscheidung suchen Sie am besten noch einmal ihren Tierarzt auf, um alles noch einmal durchzusprechen und zu entscheiden, ob eine Kastration bei Ihrem Hund sinnvoll ist.
Chippen und Kennzeichnung
Zum Thema Chippen und Kennzeichnung lässt sich folgendes sagen: Eine eindeutige Kennzeichnung des eigenen Hundes ist die beste Vorraussetzung ihn wieder aufzufinden, falls er - aus welchen Gründen auch immer - verloren geht.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Für Auslandsreisen innerhalb der EU und den dafür notwendigen Heimtierausweis, ist eine Kennzeichnung durch den Mikrochip vorgeschrieben. Für eine Übergangsfrist bis 2011 werden zwar auch Ohrtätowierungen akzeptiert, der allgemeine Trend geht jedoch ganz klar zur Identifizierung durch den Chip.
Beim Mikrochip kann man sicher sein, dass es sich um ein System mit einem jeweils nur einmal vorhandenem Identifikationscode handelt und das mit wesentlich weniger Fehlerquellen behaftet ist als die Ohrtätowierungen, die gerade bei Hunden mit pigmentierten Ohrlappen oft nur schlecht lesbar sind. Außerdem ist das Einsetzen des Chips, weil es dazu keiner Narkose bedarf, einfacher durchführbar und daher kostengünstiger.
Bitte bedenken Sie: Die Möglichkeit, den Hund identifizieren zu können, ist nur ein Teil der Voraussetzungen, die für eine Rückgabe an den Besitzer erfüllt sein müssen. Der auf Ohrtätowierung oder Chip ermittelten Nummer müssen danach auch noch der Hundehalter und seine Adresse zugeordnet werden. Dafür gibt es Tierdatenbanken, die diese Informationen speichern und bei denen sich der Finder eines Tieres, ein Tierarzt oder Polizist, der einen Hund ungeklärter Herkunft vor sich sitzen hat, informieren kann.
Registrierung des Hundes und dem Besitzer
Unmittelbar im Zusammenhang mit der Implantation eines Mikrochips wird Ihnen Ihr Tierarzt deshalb in aller Regel ein Formular zur Registrierung des Hundes mitgeben, das Sie an die Registrierungsstelle schicken können. Sollte das nicht der Fall sein, dann fragen Sie unbedingt beim Tierarzt nach, ob er die neu vergebene Nummer bereits selbst gemeldet hat oder ob Sie sich darum kümmern sollen! Europas größte Datenbank für Fundtiere ist "TASSO". Sie bietet die Registrierung des Tieres, eine 24-Stunden-Notruf-Nummer und die Möglichkeit, im Internet nach dem vermissten Hund zu suchen, kostenlos an. Eine weitere, ebenfalls rund um die Uhr erreichbare Datenbank wird vom Deutschen Tierschutzbund ("Deutsches Haustierregister") unterhalten.